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Pisa-Test: Waldorfschüler seit Jahren im Spitzenfeld

„Alternativschulen lösen bei Pisa-Test Probleme besser“

Viele Vorurteile eilen den Waldorfschulen voraus; „Dort lernt man ja nur seinen Namen tanzen“, oder auch weitaus weniger schmeichelhafte Aussagen sind da mehr die Regel, als die Ausnahme. Dabei sind Waldorfschulen mitnichten nur Auffangbecken für gestrandete Individuen, die sonst keiner mehr haben will, denn auch Waldorfschulen behalten sich das Recht vor, Schüler abzulehnen. Dennoch werden hier SchülerInnen nicht anhand von nichtssagenden Zahlen bewertet, kategorisiert und schubladisiert, sondern als individuelle Persönlichkeiten betrachtet, auf die pädagogisch auch individuell eingegangen wird. Wirft man einen Blick über die Landesgrenzen hinaus, stellt man auch sehr schnell fest, dass Waldorfschulen andernorts einen viel höheren gesellschaftlichen Stellenwert genießen, als bei uns. Im asiatischen, britischen und amerikanischen Raum gelten sie sogar als regelrechte Eliteschulen. In skandinavischen Ländern sind sie ebenso hoch angesehen und sogar die Regelschulen lassen längst schon viel Waldorfpädagogik im Schulalltag einfließen und bieten so den SchülerInnen viel Raum zur individuellen Entwicklung. Abgesehen davon haben die Nordländer, allen voran die Finnen, bereits vor einigen Jahren fast sämtliche Digitalisierung aus den Bildungsstätten entfernt, da sie die Auffassung vertreten, dass zu frühes Arbeiten mit PC, Tablet und Co kontraproduktiv für die geistige Entwicklung von Kindern und Jugendlichen ist und so setzt man sich erst in der Oberstufe (kritisch) mit all den digitalen Medien auseinander. Somit ist es kein Wunder, dass Waldorfschulen seit Jahren bei der PISA-Studie in vielen Bereichen überdurchschnittlich gut abschneiden – auch hier in Österreich. Das soll jetzt bitte nicht die Regelschulen pauschal vorverurteilen, aber es soll aufzeigen, dass die Waldorfpädagogik vielleicht doch anders betrachtet und bewertet werden muss und dass diese Pädagogik weit mehr beinhaltet, als nur das Tanzen des eigenen Namens und das mit bestätigtem Erfolg. Die Waldorfpädagogik ist auch keine, wie oft fälschlich bezeichnet, Alternativpädagogik, bzw. Alternativschule, sondern es handelt sich dabei um eine so genannte Reformpädagogik.

So hat die Tageszeitung „Der Standard“ auf der Titelseite auch den Waldorfschulen ein gutes Zeugnis ausgestellt. Die Schüler in den „Alternativschulen“ mit einem eigenen Lehrplan würden in Bezug auf die Fähigkeit, Probleme zu lösen, weitaus besser abschneiden, als man dies aufgrund der Mathematikergebnisse, wo Schüler/innen ja auch Lösungen finden müssen, annehmen könnte.  Daher könne man diese bessere Problemlösungsfähigkeit auf die Unterrichtsmethoden in den alternativen Schulen zurückführen, stellte der Analytiker Franceso Avvisati in den Raum.

Der PISA-Bildungsauftrag zielt vor allem auf drei Bereiche ab – Mathematik, Muttersprache und Naturwissenschaften. Demgegenüber ist der Bildungsauftrag der Waldorfschulen wesentlich weiter gefasst mit Schwerpunkten in verschiedenen Bereichen: literarisches Wissen; sprachliches und fremdsprachliches Ausdrucksvermögen; musische, handwerkliche und ästethische Erziehung sowie historische und politische Bildung. Dass die Waldorfschulen trotz dieses umfassenden Bildungsprofils bei Pisa-Tests so gut abschneiden freut uns natürlich besonders!